Es gab zur Entsorgung von Tierkadavern in Münster keinen ausgewiesenen Schindanger. Vom 15., 16. und 17. Jahrhundert ist aber bekannt, wie mit innerstädtisch angefallenem Müll umgegangen wurde:
Der Henker und sein Gehilfe, die unweit der Stubengasse im Niesinckturm an der Stadtmauer wohnten, waren auch für Stadtreinigung und die Reinigung der Kloaken zuständig. In der Straßenrinne fand er nach Auskunft der Urkunden tote Hunde und Katzen und ab und zu sogar ein totes Kalb.
Die Bürger, die ihren Müll privat entsorgten, bekamen vom Kämmerer montagmorgens mitgeteilt, an welcher Stelle sie den Unrat außerhalb der Stadt an den Vorwällen vergraben konnten. Da Münster keine Feldmark besaß, musste aller Müll innerhalb des Weichbildes entsorgt werden. Die Grenzen bildete die Außenkante der Befestigung in ihrem jeweiligen Zustand. Wer also das Geld für die Entsorgung sparen wollte, vergrub den Abfall einfach im Hinterhof oder im Garten.
Foto: Stadt Münster/ Städtische Denkmalbehörde, M. Mallett, U. Steinborn, St. Winkler
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